29 June 2009

In was fuer einer Welt leben wir eigentlich...

Heute verfolge ich wieder den Corrib Gas Konflikt auf indymedia. Diesmal geht es um die Verbindung von osteuropaeischen Faschisten, privaten Sicherheitsfirmen, dem Engagement von Shell in Irland und Bolivien und den Special Forces der irischen Armee.

Unglaubliche Zusammenhaenge? Paranoid?

Geht der Artikel zu weit oder nicht weit genug?

Auf jeden Fall fehlt mir die Berichterstattung in mehr Medien. Vor Ort der Protest ist relativ harmlos, friedlich und fordert relativ wenig. Warum dann die negative Berichterstattung in der Presse und die mangelnde Ruecksichtnahme auf die Beduerfnisse der Anwohner? Ist Shell zu geizig fuer weitere Schutzmassnahmen? Wollen die irischen Politiker tatsaechlich keinen Anteil am Gewinn des Erdgasabbaus haben? Warum muss an Sozialausgaben gespart werden, wenn man es Unternehmen geben kann?

Und gibt es tatsaechlich Badges fuer rechte Sicherheitsfanatiker, die gegen die Shell to Sea Protestierer eingesetzt werden?

Siehe:


Die Zukunft wird wohl eher zu einem Shadowrun Universum (von den privaten Armeen der Unternehmen bewacht) als zu einem Star Trek Universum (in dem es genug fuer alle gibt). Und im BBC Fernsehen stirbt Robin Hood, wie passend...

4 comments:

mkr said...

Ich habe - wie es so meine Art ist ;-) - länger über diesen Beitrag nachgedacht. Und ich bin schließlich zum dem Schluss gekommen: Möge auch alles andere Fragwürdige wahr sein - es gibt keine Totenkopf-Badges für Shell-Sicherheitskräfte!

Den Ausschlag zu dieser mutigen Antwort hat für mich das Video in Deinem Beitrag, thierna, "Shell to hell...", gegeben: Darin ist eine ähnlich durch Augen zum Totenschädel stilisierte Shell-Muschel kurz zu sehen. Das zeigt uns doch: Shell zum Sensenmann zu stilisieren ist ein mediales Mittel der Protestierer (so - wie ich meine - auch die abgebildeten Badges), eine Art Anti-Shell-Propaganda. Das würde sich keine noch so faschistoide Organisation mit Billigung von Shell erlauben können.

Denn schließlich geht diese Stilisierung deutlich zu weit: Die Totenköpfe sind klar an SS-Symbolik angelehnt, nicht etwa an Piratenflaggen. Daher enthalten die präsentierten Grafiken eine Gleichsetzung von Shell und Nazideutschland. Sie verfahren nach demselben Schema (nur nicht so offensichtlich) wie folgendes von mir rasch erstelltes Symbolbild:

http://xrl.in/2lgj

Und nun der emphatische Nachsatz: Vielleicht macht der Tod des BBC-Robin-Hood uns selbst allesamt zu kleinen Robin Hoods, die gemeinsam aus den Schatten laufen und einen großen Star Trek beginnen!

Ich schließe mit den Worten Jean-Luc Picards: "Vieles liegt vor uns, Vieles müssen wir lernen."

thierna said...

du meinst also es ist wahrscheinlicher, dass linke protestierer diese badges faelschen als dass rechte extremisten diese badges designt haben?

an der zustimmung von shell zu beiden seiten kann ich auch nur zweifeln.

Jedoch hat shell gerade durch zahlung den prozess um die vorgaenge in nigeria verhindert...

und irgendwer im management von shell muss doch entscheiden eine solche Sicherheitsfirma zu verwenden...

mkr said...

Nein. Ich denke jedoch, dass Shell niemanden für sich arbeiten lässt, der einen "Aufnäher" trägt, der die Shell-Jakobsmuschel zu einem Totenkopf umstilisiert.

Außerdem möchte ich anmerken, dass politische rechts/links-Zuordnungen mir bei einem Konflikt zwischen einem Unternehmen und Anwohnern bzw. Umweltschützern fragwürdig vorkommen.

Da mag es sein, dass Angestellte von privaten Sicherheitsfirmen rechter Gesinnung sind, oder sich eigentlich als Angestellte internationaler Söldnerbanden verstehen. Es mag auch sein, dass solche Leute eine Kerbe in ihre Gewehre machen, indem sie Totenkopf-Aufnäher entwerfen/vertreiben.

Aber die Zustimmung von Shell zu so etwas gibt es zweifellos nicht. Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch nicht zur möglichen faschistischen (oder "white nationalist") Gesinnung ihrer Angestellten. Und diese Angestellten arbeiten auch nicht aus ideologischen Gründen für den internationalen Ölkonzern Shell.

Wenn es doch so wäre, dann wäre eines dringend benötigt: ein gut ausgebildeter und hoch bezahlter Philosoph mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsethik. ;-)

Noch eine Korrektur zum Indymedia-Beitrag: Der Text versucht, Verbindungen herzustellen. Die kann er allerdings nur mehr oder weniger beweisen. Und um optisch etwas herzumachen, hat er eine Parallelisierung hergestellt, die zwar nahe liegt, die ich aber zunächst nicht genau verstanden habe: Zu den Badges und dem Totenkopf rechts daneben heißt es: "Note the similarity with the SS Deaths head skull on right".

Ich behaupte einfach mal, dass der Indymedia-Autor mit der Richtung der Anti-Shell-Proteste sympathisiert. Er setzt also selbst (und explizit) Shell mit der SS gleich, indem er die Totenkopf-Shell aufgreift. Diese Propagandamethode ist aber nachweislich, wie ich oben gesagt habe, eine Anti-Shell-Propaganda-Methode. Siehe auch diesen Screenshot aus dem Video aus "Shell to Hell..." (auf dem Bild ist sogar das Wortspiel Shell/Hell aufgegriffen):
http://xrl.in/2lic

Nun ja. Ich halte es jedenfalls nicht für erfolgversprechend (und nicht für richtig), Shell in die "rechte Ecke" zu stellen, indem man nahelegt, dass sie Neonazis beschäftigen, oder dass sie sich gar mit diesen verschwören, um in einem südamerikanischen Land einen Bürgerkrieg anzuzetteln (war das nicht neulich der Plot eines James-Bond-Films?) ...

Die anderen zu Nazis zu erklären hilft im politischen Konflikt nicht weiter. Man sollte Shell lieber dafür kritisieren, was sie tatsächlich tun, und dafür vor Gericht bringen, was sie Illegales tun.

thierna said...

ich verstehe deine Proganda Vorwuerfe. Selbstverstaendlich sind auch indymedia Autoren nicht voellig unabhaengig von persoenlichen Meinungen...

Leider befuerchte ich, dass Shell zwar bestimmt nicht absichtlich politisch motivierte Menschen einstellt, es scheint aber so, dass das Problem nun an eine Sicherheitsfirma ausgelagert wurde. IRMS ist ja auch nicht die Konzernsicherheit, die wuerden vermutlich anders vorgehen... Insofern lassen sich ueber die Absichten des Shell Managements nur wenig Rueckschluesse ziehen. PR Taktisch ist dieses Vorgehen sicherlich clever, selbst wenn sich herausstellen sollte, dass einige der Angestellten tatsaechlich vom rechten Spekturm stammen, hat Shell dann davon nichts gewusst...

Man sollte Shell lieber dafür kritisieren, was sie tatsächlich tun, und dafür vor Gericht bringen, was sie Illegales tun.

Zu 1) wird von Shell to Sea versucht http://www.corribsos.com/

Zu 2) Leider haben wohl irische Politiker dafuer gesorgt, dass der Ausverkauf der irischen Gas (vielleicht auch Oel) Reserven legal ist...